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Wohnung vermieten: Der vollständige Prozess in 10 Schritten

Von der Marktmiete bis zur Schlüsselübergabe – welche Schritte in welcher Reihenfolge anfallen, was Sie delegieren können und wo die meisten Fehler passieren.

ImmoHive Redaktion
Fachredaktion
VermietungsprozessSchritt für SchrittErstvermieterCheckliste
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Wer zum ersten Mal eine Wohnung vermietet, unterschätzt den Aufwand – und wer zum zweiten Mal vermietet, unterschätzt das Risiko. Dabei lässt sich der gesamte Prozess in klare Phasen gliedern. Wer sie kennt, vermeidet die teuersten Fehler bereits vor dem ersten Inserat.

Der Vermietungsprozess in Zahlen
4–8 Wo.
Typische Vermarktungsdauer
Abhängig von Lage und Preis
3–6 Std.
Zeitaufwand pro Schritt
Bei Eigenerledigung
Ø 12
Bewerbungen bei guter Inseratqualität
Großstadtlage
100 %
Schriftlich dokumentieren
Übergabe, Zustand, Zähler

Schritt 1: Marktmiete korrekt ermitteln

Der häufigste Fehler beim Einstieg: eine Miete ansetzen, die entweder Bewerber abschreckt oder unter Markt liegt. Nutzen Sie aktuelle Vergleichsdaten aus Mietspiegeln, Portalen und – wenn vorhanden – dem örtlichen qualifizierten Mietspiegel. Beachten Sie die Mietpreisbremse, die in vielen deutschen Städten gilt und die Miete auf maximal 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete begrenzt.

Schritt 2: Professionelles Exposé erstellen

Ein Exposé hat zwei Aufgaben: die richtigen Bewerber anziehen und ungeeignete Bewerber herausfiltern. Pflichtangaben sind Kaltmiete, Nebenkosten, Wohnfläche, Ausstattung, Energieausweis und – bei Einbauten – deren Zustand. Qualitativ hochwertige Fotos sind heute Erwartungsstandard, kein Differenziator.

Schritt 3: Inserat gezielt schalten

ImmobilienScout24 ist nach wie vor die reichweitenstärkste Plattform. Ergänzen Sie mit Kleinanzeigen für eine breitere Bewerberstruktur. Für WG-Zimmer oder möblierte Apartments ist WG-Gesucht nahezu alternativlos. Mehr als 3 gleichzeitige Portale erhöhen den Aufwand ohne proportionalen Nutzen.

Schritt 4: Bewerbungen sichten und vorscreenen

Legen Sie vorab fest, welche Unterlagen Sie einfordern – und fordern Sie diese konsistent bei allen Bewerbern an. Damit schützen Sie sich vor Diskriminierungsvorwürfen. Standardunterlagen: Selbstauskunft, SCHUFA-Auskunft, Einkommensnachweise der letzten 3 Monate, Arbeitsvertrag oder Rentenbescheid.

Schritt 5: Besichtigungen organisieren

Einzeltermine sind aufwendig, Sammelbesichtigungen erzeugen sozialen Druck und senken die Bewerbungsqualität. Empfehlung: 3–5 vorselektierte Einzeltermine mit je 30 Minuten Abstand. Nutzen Sie die Besichtigung zur abschließenden Einschätzung der Bewerber – die Unterlagen klären Bonität, das Gespräch klärt Passung.

Schritt 6: Mietvertrag rechtssicher aufsetzen

Verwenden Sie keine selbst formulierten Verträge. Bewährt sind die Musterverträge des Deutschen Mieterbundes oder Haus & Grund – beide sind gerichtlich erprobt. Individuelle Anpassungen (z. B. Haustierklauseln, Gartennutzung) sollten von einem Fachanwalt geprüft werden.

Schritt 7: Übergabe sauber dokumentieren

Das Übergabeprotokoll ist Ihr wichtigstes Beweismittel bei späteren Streitigkeiten. Dokumentieren Sie Zählerstände (Strom, Gas, Wasser, Heizung), sämtliche Mängel, die Anzahl übergebener Schlüssel und den Zustand aller Räume. Lassen Sie das Protokoll von beiden Parteien unterschreiben.

Vollständige Prozess-Checkliste

  • Marktmiete geprüft, Mietpreisbremse berücksichtigt
  • Energieausweis vorhanden (Pflicht bei Inserat)Fehlt er, droht Bußgeld bis 15.000 €
  • Exposé mit hochwertigen Fotos und vollständigen Angaben
  • Insertatsschaltung auf 1–2 Portalen
  • Bewerbungsunterlagen-Anforderung festgelegt und konsistent eingefordert
  • SCHUFA und Einkommensnachweise eingeholt und geprüft
  • Mietvertrag aus geprüfter Vorlage, ggf. anwaltlich geprüft
  • Kaution vereinbart (max. 3 Nettokaltmieten), Anlage geregelt
  • Übergabeprotokoll mit Zählerständen, Fotos und Unterschriften
  • Ummeldung, SEPA-Mandat und Nebenkostenvorauszahlung besprochen

Häufige Fragen zum Vermietungsprozess

Wie lange dauert eine Erstvermietung im Schnitt?
In attraktiven Lagen (Großstädte, Universitätsstädte) 2–4 Wochen. In B/C-Lagen oder bei überdurchschnittlicher Miete kann es 6–12 Wochen dauern. Qualität des Inserats und Miethöhe sind die stärksten Stellhebel.
Muss ich einen Makler einschalten?
Nein. Seit 2015 gilt in Deutschland das Bestellerprinzip: Wer den Makler beauftragt, zahlt ihn. Beauftragen Sie als Vermieter einen Makler, zahlen Sie die Courtage selbst. Für gut erreichbare, marktkonform bepreiste Objekte ist eine Eigenvermietung wirtschaftlich sinnvoller.
Was, wenn ich mehrere Bewerbungen gleichzeitig ablehnen muss?
Sageable Gründe: wirtschaftliche Kriterien (Einkommenshöhe, Bonität), nicht passende Haushaltsgröße, zeitliche Nichtpassung. Dokumentieren Sie Ihre Entscheidung schriftlich. Ethnische Herkunft, Religionszugehörigkeit oder Behinderung dürfen keine Rolle spielen.

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